Wenn sich die kalte Jahreszeit ihrem Ende nähert, dann hat sie oft Spuren hinterlassen. Gemeint sind hier Schwarzfärbungen in den Innenräumen, die verstärkt im Bereich der Heizkörper auftreten. Diese Schwarzstaub-Entwicklung nennt man auch Fogging.
Schattenerscheinungen vor allem an den Heizkörpern
Hässliche Schatten an Wand und Zimmerdecke haben wir alle schon in unserer Wohnung entdecken können. Der Verdacht liegt nahe, dass die Heizung damit in Verbindung stehen muss, denn in ihrem Bereich finden sich die stärksten Anzeichen für das sogenannte Fogging. Grund für diese Erscheinung sind die im Winter üblichen Temperaturunterschiede mehrerer Luftschichten im Raum. Kalte und feuchte Luft bindet kleinste Staubpartikel. Werden diese dann von der warmen Heizungsluft nach oben gezogen, lösen sich die Staubpartikel aus der nun angewärmten Luft und werden wie durch einen Magneten von der kälteren Zimmerwand angezogen.
Neubauten sind besonders betroffen
Heizungen sind in der Regel unter den Fenstern zu finden. Aus diesem Grund tritt nicht nur das Fogging in Erscheinung, zusätzlich vergilben in den Wintermonaten auch die Gardinen viel schneller. Besonders anfällig für dieses Phänomen sind Neubauten oder frisch renovierte Wohnungen. In diesen Bereichen finden sich schwerflüchtige Stoffe aus Weichmachern, die beispielsweise aus Möbeln oder dem Bodenbelag entweichen können. Sie binden besonders gut allerlei Staub- und Rußpartikel und führen bei der nächsten Heizperiode zum Fogging-Effekt. Aufgrund der schwerflüchtigen Stoffe bildet sich ein regelrecht schmieriger Film, der von Möbeln und der Einrichtung leicht entfernt werden kann. Eine betroffene Wand muss allerdings neu gestrichen werden.
Was tun gegen Fogging?
Um die schwarzen Schatten an der Wand möglichst zu vermeiden, sollte man also bei der Auswahl von Möbeln und Fußbodenbelägen genau darauf achten, dass keine Weichmacher enthalten sind. Gerade beim Neubau sollte man Wert auf große Heizkörper legen, die mit geringerer Arbeitstemperatur den Raum angenehm beheizen. Sie wirbeln deutlich weniger Staub auf und verlangsamen damit den Fogging-Effekt. Ideal ist in punkto Fogging-Prophylaxe natürlich die Fußbodenheizung. Bei ihr wird der wenigste Staub aufgewirbelt und ein Fogging-Effekt tritt praktisch gar nicht in Erscheinung. Egal, welche Heizung nun den Raum wärmt, Zigarettenrauch und Kerzenruß verstärken den Effekt deutlich.
Fazit
Vor dem Fogging-Effekt ist niemand wirklich sicher. Zwar kann man ihn besonders durch Fußbodenheizungen minimieren, aber auch hier wird sich nach Jahren ein – wenn auch kaum sichtbarer – Schatten einstellen. Fogging ist übrigens kein Makel einer Wohnung, für den der Mieter verantwortlich gemacht werden kann. Da es sich um ein völlig natürliches Phänomen handelt, muss der Vermieter gegebenenfalls selbst für einen neuen Anstrich sorgen, wenn sein Mieter auszieht. Voraussetzung ist allerdings, dass der Mieter unter „üblichen“ Umständen die Wohnung genutzt hat. Damit ist eine übliche Wohnungseinrichtung und ein durchschnittliches Heiz- und Lüftungsverhalten gemeint. (Text: D.D.E.)

19. Januar 2012